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EINFÜHRUNG
Die Idee zu einem Dudelsackkonzert kam mir schon
letztes Jahr bei einem Konzert des Kammerorchesters Haidershofen im
Steyrer Quenghof, bei dem eine Komposition für Dudelsack und Streicher
aufgeführt wurde. Da ein hervorragender Solist auf diesem Instrument,
Thomas Rezanka, ein Mitglied des Orchesters ist, es aber kaum Literatur
für diese Besetzung gibt, wollte ich eigens für das Kammerorchester
Haidershofen ein Konzert komponieren, bei dem sowohl die Ausdrucksmöglichkeiten
eines Dudelsacks, als auch die des Streichorchesters zur Geltung kommen.
Mit Dudelsack verband ich gleich die Person des
lieben Augustins, dessen Charakter und Lebenseinstellung ein Vorbild
für viele von uns darstellen sollte, der in Situationen, in denen
"alles hin ist", trotzdem nicht unterzukriegen ist und sich
trotz aller Rückschläge wieder zum Weitermusizieren aufrafft.
Wer von uns sollte nicht in der Lage sein, aus jeder
Situation, ist sie auch noch so tragisch, das Bestmögliche herauszuholen?
WERKBESCHREIBUNG
1.Satz: Lento – Allegro ma non
troppo
Einleitung: Lento
Der Beginn schildert in düsteren Klangfarben
(vorherrschendes Intervall ist die übermäßige Quart,
der "diabolus in musica") das Wien von 1679.
Die
Pest klopft unaufhaltsam an die Türen, die Bewohner werden grausamst
vom schwarzen Tod dahingerafft. Einige wenige Menschen versuchen durch
fröhlichen Gesang (Terzaufgänge in den Violinen) dem Tod den
Schrecken zu nehmen, doch unaufhaltsam geht das Sterben weiter.
Exposition: Allegro ma non troppo
Da tritt ein fröhlicher Dudelsackspieler in
ihre Mitte und vertreibt ihnen mit seiner heiteren Melodie für
kurze Zeit die Ängste und Sorgen (1.Thema),
doch auch er ist machtlos gegen all das Grauen und die Trauer
unter den Menschen (2.Thema in d-Moll)
Immer wieder wird sein Spiel abgewürgt (Einwürfe des Orchesters).
Überleitung zur Durchführung
Durchführung:
Die heitere Melodie des Dudelsacks wird angesichts
der Überhandnahme des zweiten Themas immer hektischer und aufgeregter.
Die Menschen wollen ihn immer seltener hören, haben keine Lust
mehr ins Wirtshaus zu gehen. Leichenkarren holpern über die leeren
Straßen der verängstigten Stadt.
Reprise:
Doch der liebe Augustin gibt nicht auf, er stemmt
sich mit seinem Liedchen dagegen (1.Thema).
Coda
Schließlich wankt er betrunken zu später
Stunde aus dem Gasthaus und fällt in die Pestgrube.
2.Satz: Adagietto
In
der sternenklaren, eisig kalten Nacht (polytonale Melodie, Achtelbegleitung
der Bratschen) liegt Augustin in der Grube und sinniert über seine
ausweglose Situation, erfindet aber gleich wieder eine friedliche Melodie,
während es rings um ihn herum finster und totenstill ist.
Totengräber, die in der Ferne ihre Arbeit verrichten
nehmen unbewusst die Melodie auf, ohne sich Gedanken zu machen, von
wem sie eigentlich kommt (1.Violinen und Bratschen spielen zeitversetzt
genau die gleiche Melodie). Ohne Hoffnung auf baldige Befreiung aus
seiner Misere schläft Augustin ein. Irgendwo erklingt eine Totenglocke.
3.Satz: Adagio – Allegro giocoso
Einleitung: Adagio 
Thema: Allegro giocoso
Ein aus der Pestgrube geretteter Augustin befindet
sich in bester Laune und gibt sein Liedchen zum besten. Die Menschen,
die von seiner wundersamen Rettung gehört haben, schließen
sich ihm an.
1.Variation:
Rhythmusvariation mit verschobenen Akzenten in der
Begleitung
2.Variation:
Figuralvariation mit atonaler Begleitung in Bratschen,
Celli und Bässen (Die Pest schleicht immer noch herum, dennoch
tut das der Stimmung keinen Abbruch.)
3.Variation:
Melodie in Moll (Minore)
4.Variation:
"alla marcia" – Augustin sagt der Pest
den Kampf an und wird dabei "schlagkräftig" vom Orchester
unterstützt. Sogar die größten Pessimisten können
sich seinem Spiel nicht entziehen und folgen ihm.
Kadenz
5.Variation:
Zusammenfassung der in den vorangegangenen Variationen
abgeänderten Themen
Coda:
Überall schon erklingt das Lied des Augustin,
in allen Tonarten und Varianten. Die Fröhlichkeit der Menschen
hat längst über den schwarzen Tod, der noch vereinzelt mordet,
gesiegt.

Die Komposition und Instrumentation des Konzertes
erfolgte in den ersten Monaten des heurigen Jahres in Haidershofen und
wurde am 27. Mai fertig gestellt. Es dauert ungefähr 17 Minuten
und ist dem Kammerorchester Haidershofen und allen "lieben Augustins"
gewidmet.
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